Über die Jahre verändert sich die Haut des Menschen stetig. Sie wird dünner und weniger elastisch. Die ständige Beanspruchung im Lauf des Lebens führt dazu, dass sich Muttermale und Falten bilden. Dies sind normale Hautalterungsprozesse, die in der Regel unproblematisch verlaufen. Dennoch steigt mit dem Alter das Risiko für Hautkrebs. Ein zusätzlicher Risikofaktor ist Sonnenbrand, denn die Schädigung durch UV-Strahlung (ultraviolette Strahlung) kann eine Ursache für Hautkrebs sein.
Es ist jedoch nicht nur wichtig, die Risikofaktoren zu kennen, sondern auch frühzeitig bei bestimmten Symptomen an Hautkrebs zu denken. Und dabei sollte stets bedacht werden: „Hautkrebs muss nicht schwarz sein.“ Daher möchten wir Sie im Folgenden informieren über:
Beim Haut(krebs)-Screening wird die Haut auf entsprechende Symptome abgesucht. Dabei gilt den Muttermalen ein besonderes Augenmerk. Sie können Ihre Haut und Muttermale auch selbst untersuchen. Es empfiehlt sich jedoch, dass Sie sich regelmäßig von einer Hautärztin/einem Hautarzt untersuchen lassen – zum Beispiel im Rahmen des zweijährlichen Hautkrebs-Screenings.
Dadurch können bösartige Hautveränderungen frühzeitig erkannt werden. Dazu zählen der schwarze Hautkrebs (auch malignes Melanom oder kurz Melanom genannt), der helle Hautkrebs sowie aggressivere Tumore wie das Merkelzellkarzinom. Wie bei vielen anderen Krebsarten gilt auch beim Hautkrebs: Wird der Krebs in einem frühen Stadium diagnostiziert, kann das Risiko auf Metastasen, also Tochtergeschwülsten, an anderer Stelle im Körper, reduziert werden. Zudem kann eine frühzeitige und fachgerechte Behandlung von Hautkrebs den Patienten gänzlich heilen.
Beim Merkelzellkarzinom handelt es sich um eine seltene Form des Hautkrebses. Das Merkelzellkarzinom wächst in den meisten Fällen sehr schnell und ist aggressiv. Das heißt, dass es schnell Metastasen bilden kann und unbehandelt in der Regel tödlich verläuft. Daher ist es wichtig, dass es frühzeitig erkannt und nicht mit anderen Hautkrebsformen verwechselt wird.
Das Merkelzellkarzinom tritt insbesondere an Stellen auf, die besonders viel der Sonne und damit UV-Strahlung ausgesetzt sind – also Gesicht, Nacken, Arme und Beine. Dabei erscheint der Krebs meist als schmerzfreier, rötlich-violetter, kugelförmiger Knoten. Da das Merkelzellkarzinom schnell wächst, kann die Größe der Hautknoten variieren (1 bis 4 cm).
ein fester, halbkugel- oder dornenförmiger Knoten auf der Haut
eine meist rot-violette Farbe
rasches Wachstum innerhalb von Wochen bis wenigen Monaten
Abwesenheit von Schmerz und Empfindlichkeit

Beispielhafte Abbildung eines Merkelzellkarzinoms: Der gezeigte Tumor ist in wenigen Monaten schnell gewachsen. Ein fester, roter, schmerzloser Knoten mit glatter, etwas spiegelnder Oberfläche.
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Beispielhafte Abbildung eines metastasierten Merkelzellkarzinoms mit mehreren schmerzlosen, oberflächenglatten Knoten. Das Auftreten im Bereich UV-exponierter Stellen ist charakteristisch.
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Die Tumoren sind meist mit bloßem Auge zu erkennen, daher können und sollten Sie Ihre Haut selbstständig regelmäßig untersuchen. Zudem hilft bei der Früherkennung eines Merkelzellkarzinoms die „AEIOU-Regel“, unter der die wichtigsten Charakteristika zusammengefasst sind:
Asymptomatisch – ohne erkennbare Symptome
Expanding rapidly – rasch wachsend
Immunsystem gestört
Older – Älter als 50 Jahre
UV-exponierte Haut – Haut ist häufig UV-Strahlung ausgesetzt
Bei Verdacht und insbesondere dann, wenn weitere Risikofaktoren bei Ihnen vorliegen, sollten Sie sich umgehend von einem spezialisierten Dermatologen untersuchen lassen. Dieser kann eine genaue Diagnose stellen und dadurch so schnell wie möglich die richtige Therapie einleiten. Dadurch wird das Risiko gesenkt, dass sich der Hautkrebs weiter ausbreitet.
Zwar versterben jährlich mehr Menschen am sogenannten schwarzen Hautkrebs (malignes Melanom oder kurz Melanom) als am Merkelzellkarzinom, dies liegt jedoch vor allem daran, dass das Melanom deutlich häufiger auftritt. Denn grundsätzlich ist das Melanom besser heilbar als das Merkelzellkarzinom.
In der Regel unterscheiden sich der sogenannte schwarze Hautkrebs und das Merkelzellkarzinom optisch deutlich voneinander (s. Übersicht). Doch die beiden Krebsformen können in seltenen Fällen auch Merkmale der jeweils anderen Erkrankung annehmen.
Eine Verwechslung der Tumoren führt zu einer falschen Therapie, was wiederum – insbesondere beim Merkelzellkarzinom – dazu führen kann, dass der Krebs Metastasen bildet und zum Tod führen kann.
Übersicht der optischen Unterschiede zwischen Melanom und Merkelzellkarzinom:
Melanom

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Asymmetrisch
Dunkel bis schwarz
Unregelmäßige Form/Abgrenzung
Merkelzellkarzinom

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Rundlich
Rot oder violett
Klare Kontur
Sollten Sie Symptome für einen Hautkrebs auf Ihrer Haut erkennen, zögern Sie nicht, einen Dermatologen aufzusuchen und sich in Behandlung zu begeben. Hautärzte und spezialisierte Hautkrebszentren, auch in Ihrer Nähe, finden Sie in unserem Klinik-Finder.
Quellen: