Die Ursachen für die Entstehung des Merkelzellkarzinoms (trabekuläres Karzinom oder auch neuroendokrines Karzinom der Haut genannt) sind noch nicht vollständig bekannt. Daran wird aktuell weiter geforscht.
Der Name Merkelzellkarzinom stammt von der Ähnlichkeit der Krebszellen mit den Merkelzellen in der Haut. Diese spielen eine Rolle beim Tastsinn und befinden sich in der Epidermis, der untersten Schicht in der Oberhaut.
Es lassen sich gewisse Zusammenhänge zwischen bestimmten Risikofaktoren und dem Entstehen des Tumors erkennen. Nachfolgend finden Sie eine Übersicht zu den häufigsten Ursachen und Risikofaktoren für das Merkelzellkarzinom.
Diese hilft Ihnen zu verstehen, wie dieser bösartige Tumor entstehen kann und Sie können abgleichen, ob bei Ihnen möglicherweise Faktoren vorliegen, die das Risiko für die Entstehung eines Merkelzellkarzinoms erhöhen. Sollten bei Ihnen Risikofaktoren bestehen, besprechen Sie dies mit Ihrem Arzt und untersuchen Sie sich regelmäßig auf mögliche Symptome.
Ein hohes Risiko tragen dabei Personen, die über 70 Jahre alt sind, wobei der Hautkrebs in seltenen Fällen auch bei jüngeren Personen auftreten kann. Außerdem erkranken Männer häufiger am Merkelzellkarzinom. Diese Risikogruppen sollten deshalb regelmäßig zur Hautkrebsvorsorge gehen und einen spezialisierten Hautarzt aufsuchen. Bei dieser einfachen Untersuchung kann ein Tumor früh erkannt werden, um eine wirksame Therapie einzuleiten
Im Jahr 2008 haben Wissenschaftler an der University of Pittsburgh ein „Merkelzell-Polyomavirus“ entdeckt. Dieses humane Virus gilt als einer der Haupt-Risikofaktoren für das Merkelzellkarzinom. Es ist – zumindest in Europa und den USA – in etwa 80 Prozent aller Merkelzelltumoren nachweisbar.
Humanes Virus bedeutet, dass das Virus nur in Menschen zu finden ist bzw. nur bei Menschen zu einer Erkrankung führt.
Ein Großteil der Bevölkerung ist bis zum Alter von 20 Jahren bereits mit diesem Onkovirus in Kontakt gekommen. Eine Infektion mit dem Virus findet oft unbemerkt bereits im Kindesalter statt. Allerdings führt das Polyomavirus nicht zwangsläufig zu einem Merkelzellkarzinom. Die meisten Menschen tragen das Virus ihr Leben lang in sich, ohne dass eine Erkrankung hervorgerufen wird. Es ist noch unklar, wann und unter welchen Umständen eine Infektion mit dem Virus zur Entstehung eines Merkelzellkarzinoms führt.
Onkoviren können tumorauslösende Eigenschaften besitzen.
Obwohl das Merkelzell-Polyomavirus so verbreitet ist, fällt auf, dass Merkelzellkarzinome vergleichsweise selten auftreten. Daher wird davon ausgegangen, dass neben der Infektion mit dem Virus zusätzliche Risikofaktoren an der Entstehung dieses aggressiven Tumors beteiligt sind. Beispielsweise können zu viel Sonnenlicht (bzw. UV-Strahlen) oder ein geschwächtes Immunsystem dazu führen, dass sich dieser Krebs überhaupt entwickelt.
Allerdings ist das Virus in Europa und den USA in 20 Prozent aller Merkelzellkarzinome nicht nachweisbar. Dieser Anteil ist z.B. in Australien deutlich höher. Das bedeutet, dass sich ein Merkelzellkarzinom auch in Abwesenheit des Merkelzell-Polyomavirus bilden kann.

Aus wissenschaftlichen Studien geht hervor, dass es einen starken Zusammenhang zwischen dem Risiko auf ein Merkelzellkarzinom und ultravioletter Strahlung (UV-Strahlung) gibt.
Besonders Menschen mit heller Haut sollten von übermäßigen und dauerhaften Sonnenbädern, bei denen sie stark der UV-Strahlung ausgesetzt sind, absehen: Es besteht die Gefahr eines Sonnenbrandes. Dieser schädigt nicht nur die Haut, sondern erhöht das Risiko für Hautkrebs. Ein Sonnenbrand unterdrückt zudem das Immunsystem und schränkt so dessen Fähigkeit ein, Hautschäden zu reparieren. Typische Hautkrebserkrankungen wie das Melanom, Basaliom und Spinaliom können nur noch eingeschränkt vom Immunsystem bekämpft werden.
Auch Menschen mit Schuppenflechte sollten sich besonders vor UV-Strahlung schützen. Bei ihnen erhöhen häufige Sonnenbäder sowie Besuche des Sonnenstudios (UVA-Licht) das Risiko für ein Merkelzellkarzinom. Werden sie zudem mit der photosensibilisierenden Substanz Psoralen behandelt, erkranken diese Patienten 100-mal häufiger an einem Merkelzellkarzinom als die Allgemeinbevölkerung.
Ein regelmäßiger Besuch beim Hautarzt ist wichtig für die Hautkrebsprävention. Besonders den oben genannten Risikogruppen wird eine regelmäßige Untersuchung der Haut stark empfohlen. Dabei können Symptome für einen möglichen Hautkrebs frühzeitig erkannt und die entsprechende Therapie eingeleitet werden.
Personen mit heller Haut sind grundsätzlich empfindlicher gegen UV-Strahlung. Somit ist bei ihnen das Risiko, an Hautkrebs zu erkranken, erhöht.
Eine eingeschränkte Funktion des Immunsystems (Immunsuppression) und die Entstehung eines Merkelzellkarzinoms sind eng miteinander verknüpft: Menschen, bei denen das Immunsystem langfristig eingeschränkt ist, haben ein bis zu 15-fach erhöhtes Risiko an dieser seltenen Krebsart zu erkranken. Das weist darauf hin, dass das Immunsystem die Entwicklung eines Merkelzellkarzinoms verhindert sowie die Bildung von Metastasen unterbindet.
Zur Risikogruppe zählen Patienten mit hämatologischen Erkrankungen (Blutkrankheiten), sowie bestimmten Krebserkrankungen, wie Leukämie oder Lymphome. Aber auch spezielle Medikamente können das Immunsystem unterdrücken. Dazu zählen unter anderem Medikamente zur Vermeidung der Abstoßung von Organtransplantationen (Immunsuppresiva) oder zur Behandlung von Autoimmunerkrankungen (z.B. rheumatoide Arthritis). Auch eine HIV-Infektion führt zu einem geschwächten Immunsystem.
Diese Patienten erkranken auch in deutlich jüngerem Lebensalter an einem Merkelzellkarzinom. Untersuchungen zeigen: Etwa die Hälfte der Tumoren bei immunsupprimierten Patienten treten vor dem Alter von 50 Jahren auf.
Patienten, die bereits an einem weißen Hautkrebs (Basaliom), einem Stachelzellkarzinom (Spinaliom) oder einem schwarzen Hautkrebs (Melanom oder malignes Melanom) erkrankt waren, haben ein erhöhtes Risiko auf die Entwicklung eines Merkelzellkarzinoms. Daher sollten diese Patienten in spezialisierten Hautkrebszentren besonders häufig zur Hautkrebsvorsorge vorstellig werden. Eine Liste dieser zertifizierten Zentren finden Sie in unserem Klinik-Finder.
Im Ergebnis ist es wichtig, sich dieser Hautkrebs Risikofaktoren bewusst zu sein und sich bei neuen oder sich verändernden Schädigungen der Haut (z.B. Muttermale) daran zu erinnern. Außerdem ist es ratsam, regelmäßig zur Hautkrebsvorsorge zu gehen. Diese einfache Untersuchung stellt eine effektive Methode zur Früherkennung von Tumoren der Haut dar. So erhöhen Sie die Chance, im Falle einer Erkrankung frühzeitig eine Therapie einzuleiten.
Wie Sie einem Merkelzellkarzinom vorbeugen können erfahren Sie hier. Finden Sie außerdem mit dem Hautkrebs Klinik-Finder einen spezialisierten Hautarzt direkt in Ihrer Nähe.
Quellen: