Merkelzellkarzinom Therapie

Wurden Symptome für einen Hautkrebs (Melanom, weißer Hautkrebs oder Merkelzellkarzinom) festgestellt und das aggressive Merkelzellkarzinom von einem Hautarzt diagnostiziert, folgt die Therapie.

Doch wie wird ein Merkelzellkarzinom behandelt?

Zur Behandlung dieses bösartigen Hauttumors gibt es verschiedene Möglichkeiten. Welche Therapie gewählt wird, hängt von der Situation und dem Zustand des Patienten ab. Die Situation wird maßgeblich dadurch beeinflusst, wo sich der Tumor befindet und in welchem Stadium er ist: In einem frühen Stadium ist die Gefahr auf Metastasen deutlich geringer als in einem fortgeschrittenen Stadium des Merkelzellkarzinoms. Allerdings erreicht dieser aggressive Tumor in der Regel schnell das fortgeschrittene Stadium.

Die Therapie muss sich nicht zwangsläufig auf eine Behandlungsmethode fokussieren. Je nach Situation können Methoden kombiniert oder nacheinander durchgeführt werden.

1. Die Immuntherapie

Die Immuntherapie ist eine neue Möglichkeit zur Behandlung von Hautkrebserkrankungen. Hierbei werden Substanzen eingesetzt, die den körpereigenen Immunzellen die Fähigkeit zurückzugeben, Tumorzellen zu erkennen und zu zerstören.

Es gibt mehrere Therapien, die das Immunsystem stimulieren können. Dazu gehören die so genannten Checkpoint-Inhibitoren. Doch was bedeutet das genau?

Das Immunsystem hat verschiedene Kontrollpunkte (Checkpoints) über die reguliert wird, wie stark das Immunsystem ansprechen soll. Tumorzellen können diese Kontrollpunkte beeinflussen und so nicht mehr vom Immunsystem angegriffen werden. Dazu aktivieren die Tumorzellen molekulare „Bremsen“ (beim Merkelzellkarzinom ist es das PD-1-Protein) auf der Oberfläche der körpereigenen Immunzellen. Die Wirkungsweise der Checkpoint-Inhibitoren (anti-PD-1 oder anti-PD-L1 Antiköper) führt dazu, dass diese Bremsen wieder gelöst werden. Die Immunzellen funktionieren wieder und können den Tumor bekämpfen.

2. Die chirurgische Entfernung des Merkelzellkarzinoms

Das Merkelzellkarzinom kann chirurgisch entfernt werden. Dieser Eingriff nennt sich Exzision. Dabei sollte der Tumor mit einem entsprechenden Sicherheitsabstand von ca. 3 cm herausgeschnitten werden. Das Ziel ist es, den Tumor vollständig zu entfernen, sodass dieser in der näheren Umgebung oder in den nahe gelegenen Lymphknoten nicht erneut auftritt.

Hat das Merkelzellkarzinom bereits Metastasen gebildet und die benachbarten Lymphknoten befallen, werden diese ebenfalls entfernt.

Leider kann eine Exzision nicht ausschließen, dass das Merkelzellkarzinom wieder auftritt. Das Risiko, dass sich ein lokales Rezidiv (med. für Rückfall) bildet ist je nach Krebsstadium unterschiedlich. Es kann jedoch durch eine begleitende (adjuvante) Anwendung von Strahlentherapie erheblich verringert werden.

3. Die Strahlentherapie

Die Strahlentherapie (auch Radiotherapie genannt) ist die Behandlung von Krebs mit einer speziellen – ionisierenden – Strahlung. Diese schädigt vorrangig das genetische Material von Krebszellen und verhindert somit ihr Wachstum. Die Strahlentherapie wirkt lokal, also begrenzt in dem Bereich, der bestrahlt wird. Allerdings wirkt sie hier auch auf gesunde Zellen.

Die Strahlentherapie wird dann angewendet, wenn das Risiko einer Tumorstreuung (Metastasen) besteht. Weiterhin erfolgt eine Strahlentherapie oft in Kombination mit der operativen Entfernung. Damit können eventuell verbliebende Krebszellen zerstört werden, die im Rahmen der Operation nicht entfernt werden konnten.

Zudem ist die Strahlentherapie meist die erste Wahl zur Behandlung des Tumors, wenn der Patient eine Operation ablehnt.

4. Die Chemotherapie

Im Gegensatz zu einer Bestrahlung (lokale Therapie) bekämpft eine Chemotherapie den Krebs im gesamten Körper (systemische Therapie).

Die Substanzen, die im Rahmen einer Chemotherapie eingesetzt werden, greifen die sich unkontrolliert teilenden und schnell wachsenden Krebszellen an. Da die Chemotherapie eine systemische Behandlung ist, beeinflussen die Medikamente auch gesunde, sich schnell teilende Zellen. Dies führt beispielsweise zu Haarausfall, Nagelschäden sowie Schleimhautproblemen.

Eine Chemotherapie wird primär bei Patienten angewendet, bei denen das Merkelzellkarzinom bereits Metastasen gebildet hat. Insbesondere dann, wenn der Tumor in entfernte Organe wie Lunge oder Leber gestreut hat. Allerdings war der bisherige Erfolg von verschiedenen Chemotherapien, im fortgeschrittenen Stadium des Merkelzellkarzinoms, eher eingeschränkt und mit schweren Nebenwirkungen verbunden.

Haben Sie Fragen zu den genannten Therapieoptionen? Dann wenden Sie sich an Ihren behandelnden Arzt oder nutzen Sie unseren Klinik-Finder, um einen spezialisieren Hautarzt in Ihrer Nähe zu finden.

Quellen:

  • Dirk Schadendorf. Merkel cell carcinoma: Epidemiology, prognosis, therapy and unmet medical needs. European Journal of Cancer Volume 71; 1.2017; 53-69
  • https://www.skincancer.org/skin-cancer-information/merkel/treatment
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